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Kleidungsstücke

Schnittmuster Rock Damen: Bleistiftrock, Glockenrock, Wickelrock und mehr

1. November 20267 Min. Lesezeit

Ein Schnittmuster Rock Damen ist für viele das erste selbst genähte Kleidungsstück, und das aus gutem Grund: Ein Rock hat wenige Passpunkte, meist nur Taille und Hüfte, und kommt ohne Ärmel und Kragen aus. Trotzdem steckt in einem gut sitzenden Rock eine Menge Handwerk, vom korrekt platzierten Abnäher bis zum Gehschlitz, der nicht aufklafft.

Hier finden Sie die wichtigsten Rockformen mit ihren Besonderheiten, die Frage Bund oder Beleg, Hinweise zu Reißverschluss, Schlitz und Falte, die einfache Rechnung hinter dem Tellerrock und eine Übersicht, welcher Stoff zu welcher Rockform passt.

Die Grundformen des Rocks

Röcke unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Weite sie am Saum haben und wie diese Weite entsteht: durch schräge Seitennähte, durch Bahnen, durch Falten oder durch einen Zuschnitt im Kreis.

Daneben spielt die Länge eine große Rolle. Ein Minirock endet etwa eine Handbreit über dem Knie, ein knielanger Rock knapp über oder auf dem Knie, ein Midirock zwischen Knie und Wadenmitte, ein Maxirock am Knöchel. Je enger der Rock, desto stärker schränkt die Länge die Bewegungsfreiheit ein: Ein enger Midirock braucht unbedingt einen Schlitz, ein weiter Midirock nicht. Messen Sie die gewünschte Länge an einem Rock aus Ihrem Schrank, der Ihnen gefällt, von der Taille bis zum Saum.

  • Gerader Rock und Bleistiftrock: Hüftweite bis zum Saum, beim Bleistiftrock zum Saum hin leicht verengt. Braucht Schlitz oder Falte zum Gehen.
  • A-Linien-Rock: ab der Hüfte ausgestellt, eher sportlich und sehr alltagstauglich.
  • Glockenrock und Tellerrock: im Kreis oder Kreissegment geschnitten, schwingt in weichen Falten.
  • Bahnenrock: aus vier, sechs oder acht Bahnen, die nach unten breiter werden. Schöner Schwung, gute Passform an der Hüfte.
  • Wickelrock: überlappend, mit Bindeband oder Knöpfen. Verzeiht Weitenschwankungen.
  • Faltenrock: Kellerfalten, Quetschfalten oder umlaufende Plissees. Verbraucht viel Stoff, wirkt aber besonders.

Schnittmuster Bleistiftrock: Passform an Taille und Hüfte

Ein Schnittmuster Bleistiftrock ist der Prüfstein für eine saubere Passform. Der Rock liegt an Taille und Hüfte an, die Mehrweite liegt an der Hüfte nur bei 2 bis 4 cm. Die Differenz zwischen Taille und Hüfte wird über Abnäher verteilt: meist je zwei hinten, wo das Gesäß mehr Form braucht, und je einer oder zwei vorne.

Die Abnäher hinten sind länger, typischerweise 12 bis 15 cm, vorne 8 bis 10 cm. Bei einem ausgeprägten Bauch können die vorderen Abnäher kürzer und schmaler werden, bei einem flachen Gesäß die hinteren. Ein Rock, der hinten unter dem Bund Querfalten wirft, braucht meist eine abgesenkte hintere Mitte, das klassische Zeichen eines Hohlkreuzes.

Zum Gehen braucht ein Bleistiftrock in der hinteren Mitte entweder einen Gehschlitz mit Untertritt, einen einfachen Schlitz oder eine Kellerfalte. Damit der Gehschlitz nicht aufklafft, wird der Übertritt oben schräg abgesteppt und mit einer kleinen Einlage verstärkt.

Profi-Tipp

Testen Sie die Passform eines Bleistiftrocks im Sitzen. Spannt der Rock über den Oberschenkeln oder rutscht er nach oben, fehlt Weite an der Hüfte, auch wenn er im Stehen perfekt aussieht.

Schnittmuster Rock A-Linie: einfach und vielseitig

Ein Schnittmuster Rock A-Linie ist das klassische Einsteigerprojekt. Die Weite entsteht, indem die Seitennaht ab der Hüfte schräg nach außen geführt wird oder die Abnäher geschlossen und die Weite in den Saum verlegt wird. Dadurch braucht der Rock oft nur einen Abnäher pro Seite oder gar keinen.

Die A-Linie ist ideal für Stoffe mit etwas Stand: Baumwollgabardine, Cord, Denim, Leinen, leichte Wollstoffe. Ein seitlicher oder hinterer Reißverschluss von etwa 18 bis 20 cm, ein gerader Bund mit Knopf und ein einfach umgeschlagener Saum genügen. Gerade deshalb lernt man daran die Grundtechniken, die man später bei jedem anderen Kleidungsstück braucht.

Wer etwas mehr Schwung möchte, verwendet einen Sechsbahnenrock: Die Weite verteilt sich gleichmäßig auf sechs Nähte, und an der Hüfte lässt sich jede Bahn einzeln anpassen.

Schnittmuster Glockenrock und Tellerrock: so rechnen Sie den Radius

Ein Schnittmuster Glockenrock ist eigentlich eine Geometrieaufgabe. Der Vollteller ist ein Ring: Der innere Kreis entspricht der Taille, der äußere dem Saum. Der Umfang des inneren Kreises soll gleich dem Taillenumfang sein, der Radius ist also Taillenumfang geteilt durch 2π.

Ein Beispiel: Bei 70 cm Taillenumfang ergibt sich für den Vollteller ein Taillenradius von etwa 11,1 cm. Bei einem Halbteller verdoppelt sich der Radius auf rund 22,3 cm, weil nur ein Halbkreis die Taille bilden muss. Bei einem Dreiviertelteller liegt er dazwischen. Vom Taillenradius aus messen Sie dann die gewünschte Rocklänge ab, um den Saumkreis zu zeichnen.

Da die Taillenkante teilweise im schrägen Fadenlauf liegt, dehnt sie sich beim Nähen etwas. Viele ziehen deshalb vom errechneten Radius ein paar Millimeter ab oder stabilisieren die Taillenkante sofort nach dem Zuschnitt mit Formband.

  • Vollteller: Radius = Taillenumfang ÷ 6,28. Volle Kreisweite, starker Schwung.
  • Dreiviertelteller: Radius = Taillenumfang ÷ 4,71. Gut ausgewogen, weniger Stoffverbrauch.
  • Halbteller: Radius = Taillenumfang ÷ 3,14. Weich fallend, gut auch für Büro.
  • Viertelteller: Radius = Taillenumfang ÷ 1,57. Glockige A-Linie, sehr stoffsparend.

Profi-Tipp

Ein Vollteller mit 60 cm Länge braucht bei 70 cm Taille ein Quadrat von rund 1,45 m Seitenlänge, also mehr, als eine Stoffbreite von 140 bis 150 cm mit Nahtzugaben sicher hergibt. Meist schneiden Sie ihn deshalb aus zwei Halbkreisen mit zwei Seitennähten.

Schnittmuster Wickelrock: Überlappung und Verschluss

Ein Schnittmuster Wickelrock ist vor allem bequem. Der Rock besteht aus einem Rückenteil und zwei Vorderteilen, von denen eines das andere überlappt. Die Überlappung sollte mindestens 10 bis 15 cm betragen, damit der Rock beim Gehen und Sitzen nicht aufklafft. Bei einem Wickelrock in A-Linie oder als Halbteller ist die Überlappung meist größer.

Geschlossen wird mit Bindebändern, die durch einen Schlitz in der Seitennaht oder im Bund geführt werden, mit Knöpfen oder mit einer Kombination aus Druckknopf innen und Knopf außen. Die vordere Kante wird mit einem Beleg oder einem schmalen Saum versäubert.

Wickelröcke eignen sich für fließende Stoffe wie Viskose, Seide oder Crêpe, aber auch für festeren Leinenstoff oder Wollstoff in A-Linie. Bei windigem Wetter hilft ein innenliegender Knopf am unteren Ende der Überlappung.

Bund oder Beleg, Reißverschluss und Schlitz

Ein Rock kann an der Taille mit einem angesetzten Bund oder mit einem Beleg abschließen. Der Bund, ein 3 bis 4 cm breiter Streifen mit Einlage, sitzt auf der Taille und hält den Rock. Der Beleg ist eine innenliegende Kopie der oberen Rockkante und ermöglicht einen Rock ohne sichtbaren Bund, der etwas unterhalb der Taille sitzt. Ein Beleg wirkt eleganter, ein Bund ist robuster und lässt sich leichter anpassen.

Als Verschluss eignen sich ein nahtverdeckter Reißverschluss in der hinteren Mitte oder der Seitennaht, 18 bis 22 cm lang, oder ein normaler Reißverschluss mit Übertritt. Bei Hosenröcken und sportlichen Röcken kommt auch ein Hosenschlitz vorne infrage.

Für gefütterte Röcke wird das Futter am Bund oder Beleg mitgefasst und hängt am Saum lose, etwa 2 bis 3 cm kürzer als der Oberstoff. Am Gehschlitz wird das Futter rund um den Schlitz von Hand angesäumt.

Stoff und Fall: welcher Stoff für welchen Rock

Der Fall eines Stoffes, also wie er sich unter seinem eigenen Gewicht verhält, ist bei Röcken entscheidend. Ein Glockenrock aus steifem Baumwollstoff steht ab wie ein Lampenschirm, derselbe Schnitt aus Viskose oder Wollcrêpe schwingt weich.

Bei Bleistift- und geraden Röcken sind formstabile Stoffe mit etwas Elasthan beliebt, weil sie die enge Passform bequemer machen. Für A-Linie und Bahnenrock eignen sich Cord, Denim, Leinen und Tweed. Teller- und Glockenröcke brauchen Viskose, Crêpe, leichte Wolle oder Seide. Faltenröcke bügeln sich am besten aus Wolle oder Polyester-Mischungen, die Falten dauerhaft halten.

Wer Röcke nach Maß bestellt, etwa bei Minerva, gibt Taillen- und Hüftumfang direkt ein und erhält einen Schnitt, dessen Abnäherverteilung bereits auf diese Differenz abgestimmt ist. Das ist besonders bei einer großen Differenz zwischen Taille und Hüfte hilfreich, die in Konfektionsgrößen selten abgebildet ist.

Häufige Fragen

Welcher Rock ist am einfachsten zu nähen?

Ein A-Linien-Rock mit geradem Bund und seitlichem Reißverschluss oder ein Rock mit Gummizug aus festem Baumwollstoff. Beide haben wenige Passpunkte und lassen sich gut anpassen.

Wie berechne ich den Radius für einen Tellerrock?

Beim Vollteller teilen Sie den Taillenumfang durch 2π, also etwa durch 6,28. Beim Halbteller teilen Sie durch π, also etwa 3,14. Von diesem Radius aus wird die Rocklänge abgemessen.

Wie lang ist der Reißverschluss bei einem Rock?

Üblich sind 18 bis 22 cm, damit der Rock gut über die Hüfte gezogen werden kann. Bei sehr großer Differenz zwischen Taille und Hüfte kann ein etwas längerer Reißverschluss sinnvoll sein.

Wie viel Stoff brauche ich für einen Bleistiftrock?

Bei 140 bis 150 cm Stoffbreite reicht meist einmal die Rocklänge plus 15 bis 20 cm für den Bund. Bei großen Hüftweiten muss eventuell zweimal die Rocklänge gekauft werden.

Warum wirft mein Rock hinten unter dem Bund Falten?

Das ist meist ein Zeichen für ein Hohlkreuz. Die hintere Mitte wird an der Taille um 1 bis 2 cm abgesenkt, auslaufend zur Seitennaht, dann liegt der Rock glatt an.

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