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Nähtechnik

Reißverschluss einnähen: nahtverdeckt, verdeckt, Hosenschlitz und teilbar an der Jacke

2. November 20266 Min. Lesezeit

Reißverschluss einnähen ist für viele Nähende der Schritt, vor dem sie sich am längsten drücken. Dabei ist es mit dem richtigen Nähfuß, sauberer Vorbereitung und der passenden Methode für jede Reißverschlussart gut beherrschbar. Ein glatt eingesetzter Reißverschluss, der sich nicht wellt, nicht vorsteht und dessen Nahtenden exakt aufeinandertreffen, ist eines der deutlichsten Zeichen guter Verarbeitung.

In diesem Beitrag lernen Sie die vier wichtigsten Arten kennen: den nahtverdeckten Reißverschluss für Röcke und Kleider, den verdeckt eingesetzten Reißverschluss mit Übertritt, den Hosenschlitz und den teilbaren Reißverschluss an Jacken. Dazu kommen Tipps zur Vorbereitung, zu Nähfüßen und zum Beheben von Wellen, auch für Anfänger verständlich erklärt.

Reißverschlussarten und wo sie eingesetzt werden

Bevor Sie einen Reißverschluss kaufen, prüfen Sie im Schnitt, welche Art und Länge vorgesehen ist. Die Länge wird immer ohne Bandenden gemessen, also vom oberen Ende des Schiebers bis zum unteren Stopper. Ein Rock braucht meist 18 bis 22 cm, ein Kleid mit Rückenreißverschluss 40 bis 60 cm, eine Damenhose 15 bis 18 cm.

  • Nahtverdeckter Reißverschluss (auch unsichtbarer Reißverschluss): verschwindet komplett in der Naht, nur der kleine Schieber ist sichtbar; Standard bei Röcken, Kleidern und Blusen.
  • Normaler Reißverschluss, verdeckt eingesetzt: mit Übertritt (Leistenverschluss) oder mittig (Mittelverschluss mit zwei Steppnähten).
  • Hosenreißverschluss: kurzer, robuster Metall- oder Kunststoffreißverschluss für den Hosenschlitz mit Schlitzbeleg und Untertritt.
  • Teilbarer Reißverschluss: lässt sich unten öffnen, für Jacken, Westen und Mäntel; als Spiralreißverschluss oder mit Kunststoffzähnen.
  • Zwei-Wege-Reißverschluss: teilbar mit zwei Schiebern, für lange Mäntel und Parkas.

Reißverschluss einnähen mit der Nähmaschine: Vorbereitung und Nähfüße

Zum Reißverschluss einnähen mit der Nähmaschine brauchen Sie den passenden Fuß. Der schmale Reißverschlussfuß lässt sich links oder rechts der Nadel ansetzen und läuft dicht an den Zähnen entlang. Für nahtverdeckte Reißverschlüsse gibt es einen Spezialfuß mit zwei Rillen an der Unterseite, der die Spirale aufrollt, sodass die Naht direkt hinter den Zähnen sitzt.

Die Vorbereitung ist mindestens so wichtig wie das Nähen. Stabilisieren Sie die Nahtzugaben, in die der Reißverschluss kommt, mit einem schmalen Streifen Bügeleinlage oder Formband, etwa 1,5 bis 2 cm breit. Das verhindert, dass sich der Stoff, besonders an schräg geschnittenen Kanten oder bei Jersey, beim Nähen dehnt und anschließend Wellen wirft.

Versäubern Sie die Nahtkanten vor dem Einsetzen. Danach sind sie schwer erreichbar. Und markieren Sie auf beiden Stoffseiten das Ende des Reißverschlusses sowie Querlinien wie Taillennaht oder Bundansatz, damit diese später exakt aufeinandertreffen.

Profi-Tipp

Bügeln Sie die Spirale eines nahtverdeckten Reißverschlusses vor dem Einnähen mit niedriger Temperatur von links flach auf. So kommen Sie mit der Naht näher an die Zähne, und der Reißverschluss verschwindet vollständig.

Nahtverdeckter Reißverschluss im Rock

Der nahtverdeckte Reißverschluss wird anders eingesetzt als alle anderen: Die Naht darunter wird erst danach geschlossen. Das klingt ungewohnt, ergibt aber die sauberste Lösung.

  1. 1.Naht im Reißverschlussbereich offen lassen, darunter noch nicht schließen.
  2. 2.Reißverschluss öffnen und eine Hälfte rechts auf rechts auf die Nahtzugabe stecken: Spirale auf der Nahtlinie, Band zur Kante hin, oberer Stopper etwa 1 cm unter der Bundnahtlinie.
  3. 3.Mit dem Spezialfuß so dicht an der Spirale nähen, wie es geht, bis kurz vor den Schieber.
  4. 4.Zweite Hälfte ebenso annähen; vorher Quernähte und Markierungen exakt gegenüberstellen.
  5. 5.Reißverschluss schließen. Die restliche Naht ab dem Ende der Reißverschlussnaht mit dem normalen Reißverschlussfuß nähen, dabei 2 mm seitlich versetzt beginnen, damit kein Loch und keine Falte entsteht.
  6. 6.Bandenden unten an den Nahtzugaben festnähen, damit sie nicht flattern.

Profi-Tipp

Prüfen Sie nach der ersten Hälfte, ob Taille oder Bund auf beiden Seiten auf gleicher Höhe liegen: Schließen Sie den Reißverschluss probehalber, bevor Sie die zweite Seite annähen.

Reißverschluss einnähen für Anfänger: der verdeckte Leistenverschluss

Für den Reißverschluss einnähen als Anfänger eignet sich der verdeckt eingesetzte Reißverschluss mit Übertritt besonders gut, weil kleine Ungenauigkeiten unter der Leiste verschwinden. Er wird an seitlichen Rocknähten, an klassischen Hosen ohne Schlitzbeleg und an Kleidern im Vintage-Stil verwendet.

Schließen Sie die Naht unterhalb des Reißverschlusses und heften Sie den Reißverschlussbereich mit langen Stichen zu. Bügeln Sie die Naht auseinander. Die rechte Nahtzugabe, die zum Untertritt wird, klappen Sie 3 mm vor der Nahtlinie um, legen sie knapp an die Zähne und nähen sie fest. Die linke Seite wird von außen mit einer Steppnaht etwa 1 bis 1,5 cm von der Naht befestigt, unten mit einem Querriegel.

Zum Schluss trennen Sie die Heftstiche auf. Die Steppnaht der Leiste sollte parallel zur Naht verlaufen und unten in einem sauberen rechten Winkel enden.

Hosenschlitz mit Reißverschluss

Der Reißverschluss im Hosenschlitz wird zwischen Schlitzbeleg und Untertritt eingesetzt. Bei Damenhosen überlappt meist die rechte über die linke Seite, bei Herrenhosen die linke über die rechte. Achten Sie darauf, dass Ihr Schnitt die Belege entsprechend vorsieht.

Der Untertritt ist ein doppelt gelegter Streifen, der den Reißverschluss von innen abdeckt und vor Hautkontakt schützt. Der Schlitzbeleg auf der Übertrittseite wird angeschnitten oder separat angenäht; die sichtbare Schlitzsteppung, meist 3 bis 4 cm von der vorderen Mitte, wird mit einer Schablone aus Karton vorgezeichnet, damit die Rundung unten gleichmäßig wird.

Für Jeans und feste Hosen ist ein Metallreißverschluss üblich, für Anzughosen ein Kunststoff- oder Spiralreißverschluss mit gutem Arretierschieber, der nicht von selbst aufgeht. Ein Riegel am unteren Ende der Schlitzsteppung entlastet die Stelle, an der Belastung beim Sitzen am größten ist.

Reißverschluss einnähen an der Jacke: teilbar und mit Beleg

Wer einen Reißverschluss an der Jacke einnähen möchte, verwendet einen teilbaren Reißverschluss in der Länge der vorderen Kante, gemessen vom Saum bis zum Halsausschnitt abzüglich der Nahtzugabe oben. Teilbare Reißverschlüsse lassen sich oben kürzen, indem man einige Zähne entfernt und neue Endstopper setzt; unten am Kasten nicht.

Bei gefütterten Jacken wird der Reißverschluss zwischen Oberstoff und Beleg gefasst. Nähen Sie ihn zuerst rechts auf rechts an die vordere Kante, mit den Zähnen zur Jackenmitte, und dann den Beleg darüber. Nach dem Wenden wird knappkantig oder mit 6 bis 8 mm Abstand abgesteppt. Ob die Zähne sichtbar sein sollen oder eine Leiste sie verdeckt, ist eine Designentscheidung, die im Schnitt bereits angelegt sein sollte.

Achten Sie bei Jacken besonders darauf, dass Taschenhöhen, Teilungsnähte und der Kragenansatz links und rechts auf gleicher Höhe liegen. Markieren Sie diese Punkte auf dem Reißverschlussband, bevor Sie die zweite Seite annähen.

Wellen und andere Probleme beheben

Wellen entlang des Reißverschlusses sind das häufigste Problem. Sie entstehen, wenn sich der Stoff beim Nähen dehnt, während das Reißverschlussband stabil bleibt, oder umgekehrt, wenn das Band gedehnt angenäht wurde. Beides lässt sich vermeiden.

  • Nahtzugaben mit Einlage oder Formband stabilisieren, besonders bei Jersey, Schrägschnitt und lockeren Wollstoffen.
  • Reißverschluss und Stoff nicht ziehen, sondern vom Transporteur führen lassen; bei dicken Stoffen den Nähfußdruck reduzieren.
  • Beide Seiten in dieselbe Richtung nähen, von oben nach unten, damit sich die Lagen nicht gegeneinander verschieben.
  • Bei nahtverdeckten Reißverschlüssen: bleibt der Reißverschluss sichtbar, wurde zu weit von der Spirale entfernt genäht; die Naht 1 mm näher wiederholen.
  • Falte am Ende des nahtverdeckten Reißverschlusses: die Fortsetzungsnaht 1 bis 2 mm seitlich versetzt beginnen.

Häufige Fragen

Welchen Nähfuß brauche ich für einen nahtverdeckten Reißverschluss?

Am besten einen Spezialfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse mit Rillen an der Unterseite, die die Spirale aufrollen. Mit einem normalen Reißverschlussfuß geht es auch, wenn Sie die Spirale vorher flach bügeln und sehr nah an den Zähnen nähen.

Wird beim nahtverdeckten Reißverschluss die Naht vorher oder nachher geschlossen?

Nachher. Zuerst nähen Sie beide Reißverschlusshälften an die offenen Nahtzugaben, dann schließen Sie die Naht darunter, leicht seitlich versetzt angesetzt.

Warum wellt sich mein Reißverschluss?

Meist hat sich der Stoff beim Nähen gedehnt. Stabilisieren Sie die Nahtzugaben mit einem schmalen Streifen Bügeleinlage, reduzieren Sie den Nähfußdruck und nähen Sie beide Seiten in dieselbe Richtung.

Kann man einen Reißverschluss kürzen?

Ja. Nicht teilbare Reißverschlüsse kürzt man unten: neuen Stopper durch einige Riegelstiche über die Zähne nähen und darunter abschneiden. Teilbare Reißverschlüsse kürzt man oben, indem man Zähne entfernt und neue Endstopper setzt.

Wie lang muss der Reißverschluss im Rock sein?

Für einen Rock mit Taillenbund sind 18 bis 22 cm üblich. Der Reißverschluss sollte mindestens bis knapp über die stärkste Hüftstelle reichen, damit Sie den Rock bequem anziehen können.

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