Wer ein Schnittmuster für einen Smoking für Herren sucht, plant meist ein besonderes Projekt: eine Hochzeit, einen Ball, eine Gala. Smoking und Frack sind die formellsten Kleidungsstücke der Herrengarderobe und folgen festen Regeln, die sich seit über einem Jahrhundert kaum verändert haben. Gerade deshalb fallen Abweichungen auf: ein falsch geschnittener Kragen, ein zu glänzender Spiegel, eine Hose ohne Galon.
Dieser Beitrag erklärt den Unterschied zwischen Smoking und Frack, die typischen Revers- und Kragenformen, den Seidenspiegel und den Galonstreifen, die richtige Passform und geeignete Stoffe. Dazu kommen Nähtipps für die Verarbeitung von Seidenrevers und ein Blick auf den Smoking für Damen, der seit Jahrzehnten als eleganter Abendanzug etabliert ist.
Smoking oder Frack: der Unterschied
Der Smoking ist der Abendanzug für den Anlass mit dem Dresscode Black Tie. Er besteht aus einem einreihigen oder zweireihigen Sakko mit seidenbelegtem Revers, einer Hose mit Galonstreifen, einem Smokinghemd und Fliege, dazu wahlweise Kummerbund oder Weste. Das Sakko hat eine gerade, normale Sakkolänge und wird in der Regel mit einem Knopf geschlossen.
Der Frack gehört zum Dresscode White Tie und ist noch formeller. Sein Rock ist vorn auf Taillenhöhe waagerecht abgeschnitten und hinten in zwei lange Schöße geteilt, die bis zur Kniekehle reichen. Der Frack wird offen getragen; die Knopfreihen sind dekorativ und schließen nicht. Darunter trägt man eine weiße Pikeeweste, ein Frackhemd mit steifer Brust und Kragen sowie eine weiße Fliege.
Konstruktiv ist der Frack anspruchsvoller: Das Vorderteil endet in der Taille, die Schöße werden an eine Taillennaht angesetzt, und die Linie von der Schulter über die Taille bis zu den Schößen muss perfekt fließen. Der Smoking ist dagegen in der Konstruktion einem Sakko sehr ähnlich.
- Smoking: Black Tie, Sakko mit Seidenrevers, schwarze Fliege, Kummerbund oder Weste.
- Frack: White Tie, vorn kurz, hinten Schöße, weiße Weste und weiße Fliege, offen getragen.
- Dinner Jacket in Weiß oder Elfenbein: Sommer- und Tropenvariante des Smokings.
Kragen und Revers: Schalkragen oder spitzes Revers
Der Smoking kennt zwei klassische Kragenformen. Der Schalkragen ist eine durchgehend gerundete Linie vom Nacken bis zum Knopf, ohne Kerbe. Er wirkt weich und elegant und wird aus einem einzigen Stück mit dem Vorderteilbeleg geschnitten, der in der hinteren Mitte eine Naht hat. Das spitze Revers, auch steigendes Revers genannt, hat nach oben weisende Spitzen und betont die Schulter; es gilt als besonders formell.
Das fallende Revers mit Kerbe, wie es an Anzügen üblich ist, findet man am Smoking seltener; Puristen betrachten es als weniger korrekt. Beim Frack ist das spitze Revers Standard. Beide Kragen werden mit Seide belegt, die exakt bis zur Umbruchkante und Kragenspitze reicht.
Konstruktiv wird der Kragen am Smoking ähnlich wie am Sakko gearbeitet, mit Pikierung oder Einlage im Revers, damit er sich weich rollt, und einem Unterkragen aus Kragenfilz oder Oberstoff.
Profi-Tipp
Schneiden Sie den Seidenbelag des Revers 2 bis 3 mm größer als den Oberstoffbeleg. Die Seide muss die Umbruchkante überspannen; ist sie zu knapp, zieht sie das Revers nach innen und es rollt nicht mehr sauber.
Seidenspiegel und Galonstreifen
Der Seidenspiegel ist der Belag auf dem Revers, traditionell aus Seidenrips (Grosgrain) oder Seidensatin. Rips wirkt matter und gilt als klassisch, Satin glänzt stärker und wirkt festlicher. Mit demselben Material werden die Knöpfe bezogen und der Galonstreifen der Hose gearbeitet; beim Frack ist der Galon doppelt, beim Smoking einfach.
Der Galonstreifen ist ein Band an der Seitennaht der Hose, meist 1,5 bis 2 cm breit. Er wird entweder auf die geschlossene Seitennaht aufgenäht, von Hand oder mit unsichtbarem Stich, oder in die Seitennaht eingefasst. Die Hose hat keine Gürtelschlaufen und keinen Aufschlag; gehalten wird sie von Hosenträgern, für die Knöpfe innen am Bund angebracht werden. Ein leicht erhöhter Bund sorgt dafür, dass kein Hemd zwischen Hose und Weste sichtbar wird.
Taschen am Smoking sind entweder Paspeltaschen ohne Patten oder mit Seide paspeliert; Pattentaschen sind am Abendanzug unüblich. Eine Brustleistentasche für das Einstecktuch gehört dazu.
Passform: wie ein Smoking sitzen sollte
Ein Smoking sitzt figurnah, aber nicht eng. Die Schulter endet am Schulterknochen, der Kragen liegt am Hemdkragen an, und es bilden sich keine Querfalten unter dem Kragen im Rücken. Die Taille ist leicht betont, der Ärmel lässt etwa 1 bis 1,5 cm Hemdmanschette sehen. Die Sakkolänge bedeckt das Gesäß.
Beim Frack ist die Passform noch kritischer. Die Vorderteile müssen genau auf Taillenhöhe enden, sodass die weiße Weste nicht darunter hervorschaut, und die Schöße fallen gerade bis zur Kniekehle. Weil der Frack nicht geschlossen wird, bestimmt der Schnitt allein, wie die Vorderteile liegen.
Ein Schnitt, der auf Ihre Maße gerechnet wird, ist für diese Anforderungen ideal. Im Herren-Katalog von Minerva Patterns gibt es Smoking- und Frackmodelle, die nach Ihren Körpermaßen erstellt werden. Ein Probemodell bleibt bei so formellen Stücken trotzdem dringend empfehlenswert, insbesondere für Schulter und Rücken.
Stoffe für Smoking und Frack
Klassisch ist Schwarz oder Nachtblau. Nachtblau wirkt bei Kunstlicht oft sogar dunkler als Schwarz und war in der Geschichte des Smokings sehr beliebt. Als Stoff eignen sich feine Kammgarne wie Barathea, Wollgabardine oder ein leichter Wollsatin, ebenso Wollmohair-Mischungen, die einen dezenten Glanz haben und knitterarm sind.
Für Sommeranlässe gibt es das weiße oder elfenbeinfarbene Dinner Jacket, getragen zu einer schwarzen Hose. Samtsakkos in Bordeaux, Flaschengrün oder Nachtblau sind eine elegante Variante für private Abendveranstaltungen.
- Barathea: feinstrukturiertes Kammgarn, sehr klassisch.
- Wollmohair: leichter Glanz, knitterarm, gut für Reisen.
- Wollgabardine: glatt und formstabil.
- Samt: für Smokingjacken und Abendsakkos.
- Seidenrips oder Seidensatin für Revers, Knopfbezug und Galon.
Nähtipps für die Verarbeitung
Die Seide verzeiht keine Fehler. Arbeiten Sie mit einer feinen Nadel (Stärke 70 bis 80), einem Bügeltuch und niedriger Temperatur. Bügeln Sie Seidenrevers nie direkt, und vermeiden Sie Dampfspritzer auf Satin, weil sie Wasserflecken hinterlassen können.
- 1.Revers pikieren oder mit gewebter Einlage formen, Formband entlang der Umbruchlinie einnähen.
- 2.Seidenspiegel auf den Beleg legen und an der inneren Kante mit Hand- oder Maschinenstich befestigen, bevor der Beleg an das Vorderteil kommt.
- 3.Kanten von Revers und Kragen in einem Zug nähen, Nahtzugaben gestuft zurückschneiden.
- 4.Revers über einem Bügelkissen formen und mit Heftstichen in der Rollung fixieren, bis das Sakko fertig ist.
- 5.Galonstreifen an der Hose vor dem Schließen der Innenbeinnaht annähen, damit Sie flach arbeiten können.
- 6.Knöpfe mit Seide beziehen oder fertige Seidenknöpfe verwenden.
Profi-Tipp
Nähen Sie den Seidenspiegel mit einem Seiden- oder feinen Polyestergarn in exakt passender Farbe. Schwarzer Rips zeigt jeden andersfarbigen Faden, besonders bei Blitzlicht auf Fotos.
Schnittmuster Smoking Damen
Der Smoking für Damen ist seit Jahrzehnten ein Klassiker der Abendmode. Er übernimmt die Merkmale des Herrensmokings, also Seidenrevers, Galonhose und klare Linien, und überträgt sie in eine weibliche Konstruktion mit Abnähern oder Teilungsnähten, meist taillierter und mit Damenknopfleiste rechts über links.
Wer ein Schnittmuster für einen Damen-Smoking sucht, findet häufig Blazer-Schnitte mit Schalkragen oder spitzem Revers, die sich mit Seidenbelag in einen Smoking verwandeln lassen. Dazu passt eine schmale Hose mit Galonstreifen oder ein Bleistiftrock. Stoffe und Verarbeitung entsprechen dem Herrensmoking; auch hier gilt: Seidenbelag etwas größer zuschneiden und die Rollung des Revers sorgfältig formen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Smoking und Frack?
Der Smoking ist ein Abendanzug für Black Tie mit normal langem Sakko und Seidenrevers. Der Frack gehört zu White Tie, ist vorn auf Taillenhöhe kurz und hinten mit langen Schößen geschnitten und wird offen über einer weißen Weste getragen.
Welches Revers hat ein Smoking?
Klassisch einen Schalkragen oder ein spitzes, steigendes Revers, beide mit Seidenrips oder Seidensatin belegt. Das fallende Revers mit Kerbe ist am Smoking weniger üblich.
Was ist ein Galonstreifen?
Ein Band aus Seidenrips oder Satin an der Seitennaht der Hose. Beim Smoking ist er einfach, beim Frack doppelt. Die Hose hat dazu keine Gürtelschlaufen und wird mit Hosenträgern getragen.
Welcher Stoff eignet sich für einen Smoking?
Feine Kammgarne wie Barathea, Wollgabardine oder Wollmohair in Schwarz oder Nachtblau. Für Revers, Knöpfe und Galon verwendet man Seidenrips oder Seidensatin.
Kann man einen Smoking selbst nähen?
Ja, wenn Sie bereits Sakkos mit Reverskragen genäht haben. Der Smoking ist konstruktiv einem Sakko ähnlich, verlangt aber besondere Sorgfalt bei der Seide. Der Frack ist deutlich anspruchsvoller und eher für erfahrene Schneiderinnen und Schneider geeignet.
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