Ein Schnittmuster Bluse Damen gehört zu den vielseitigsten Schnitten überhaupt. Mit derselben Grundform entstehen eine strenge Hemdbluse fürs Büro, eine fließende Schluppenbluse für den Abend oder eine romantische Bluse mit Puffärmeln für den Sommer. Was sie unterscheidet, sind Kragen, Ärmel, Weite und vor allem der Stoff.
In diesem Beitrag lernen Sie die wichtigsten Blusenformen kennen, die gängigen Kragen mit ihren Verarbeitungsbesonderheiten, die Formgebung über Brustabnäher und Teilungsnähte und die Stoffe, die sich für Blusen bewährt haben. Außerdem geht es darum, welches PDF-Format für Blusenschnitte praktisch ist.
Blusenformen: von der Hemdbluse bis zum Schößchen
Blusen unterscheiden sich vor allem in Weite, Länge und Detailreichtum. Einige Formen haben sich über Jahrzehnte gehalten und tauchen in jeder Saison neu interpretiert auf.
- Hemdbluse: Kragen auf Steg, durchgehende Knopfleiste, Manschetten, oft Rückenpasse. Der Klassiker, in Weiß zu fast allem kombinierbar.
- Schluppenbluse: Stehkragen, der in zwei lange Bänder übergeht, die zu einer Schleife gebunden werden. Elegant, braucht fließenden Stoff.
- Schößchenbluse: tailliertes Oberteil mit angesetztem, ausschwingendem Schößchen an der Taille. Betont die Taille stark.
- Bluse mit Puffärmeln: eingereihte Ärmelkugel und gekräuselter Ärmelsaum mit Bündchen oder Gummizug. Romantisch und aktuell.
- Schlupfbluse: ohne Verschluss oder mit kurzem Schlitz am Ausschnitt, oft mit Kimono- oder Raglanärmeln. Schnell genäht.
- Wickelbluse: überlappendes Vorderteil mit Bindeband, ähnlich dem Wickelkleid.
Schnittmuster Bluse mit Kragen: die wichtigsten Kragenformen
Wer ein Schnittmuster Bluse mit Kragen sucht, sollte wissen, dass der Kragen über die Wirkung der ganzen Bluse entscheidet und zugleich die anspruchsvollste Stelle ist. Ein schief angesetzter Kragen fällt sofort auf.
Bei allen Kragen gilt: Der Oberkragen wird mit einer leichten Einlage versehen, der Unterkragen ist minimal kleiner geschnitten, damit die Nahtkante nach dem Wenden nach unten rollt und von außen nicht sichtbar ist. Schneiden Sie die Nahtzugaben nach dem Steppen auf 3 bis 4 mm zurück und schrägen Sie die Ecken ab, damit sie spitz werden.
- Hemdkragen mit Steg: zweiteilig, der Steg umschließt den Hals, der Kragen klappt darüber. Die Königsdisziplin unter den Blusenkragen.
- Bubikragen: flach aufliegender, runder Kragen ohne Steg. Einfach zu nähen, wirkt verspielt.
- Stehkragen: ein Streifen, der senkrecht am Hals steht. Schlicht, modern, gut für Einsteigerinnen.
- Reverskragen: wie bei einem Blazer, mit Revers aus dem Vorderteil. Wirkt sportlich-elegant.
- Schluppenkragen: verlängerter Stehkragen mit Bindebändern, im schrägen oder geraden Fadenlauf geschnitten.
Profi-Tipp
Nähen Sie den Kragensteg vom hinteren Mittelpunkt aus jeweils zur Vorderkante, nicht in einem Zug von einer Seite zur anderen. So vermeiden Sie, dass sich der Steg verzieht und eine Seite länger wird.
Schnittmuster Schluppenbluse: Fall und Fadenlauf
Ein Schnittmuster Schluppenbluse lebt von der Schleife. Damit sie weich fällt und sich schön binden lässt, werden die Bänder meist im schrägen Fadenlauf geschnitten oder zumindest aus einem sehr fließenden Stoff. Steife Baumwolle erzeugt eine starre Schleife, die absteht statt zu fallen.
Die besten Stoffe für eine Schluppenbluse sind Crêpe de Chine aus Seide, Seidensatin, Viskose-Crêpe, Georgette und Polyester-Crêpe mit gutem Fall. Wegen der Transparenz vieler dieser Stoffe sollten Sie die Nähte als französische Nähte verarbeiten: erst links auf links mit 5 mm schmaler Naht nähen, zurückschneiden, wenden und rechts auf rechts mit 7 mm erneut nähen. So sind die Kanten eingeschlossen und von außen ist nichts zu sehen.
Rutschige Stoffe schneiden Sie am besten einlagig auf Seidenpapier oder mit einem Rollschneider auf einer Schneidematte zu. Ein Spray-Stoffstabilisator, der sich auswaschen lässt, macht Crêpe de Chine beim Zuschnitt beherrschbar.
Formgebung: Brustabnäher, Teilungsnähte und Weite
Eine Bluse kann locker fallen oder körpernah sitzen. Je enger sie anliegt, desto genauer muss die Formgebung über die Brust stimmen. Ein Brustabnäher von der Seitennaht zur Brustspitze ist die übliche Lösung. Bei taillierten Blusen kommen Taillenabnäher vorne und hinten hinzu, alternativ Prinzessnähte, die beides in einer Linie zusammenfassen.
Die Abnäherspitze endet 2 bis 3 cm vor dem Brustpunkt. Liegt der Brustpunkt im Schnitt an anderer Stelle als bei Ihnen, sitzt die Bluse unruhig: Die Spitze zeichnet sich ab oder der Stoff spannt darüber. Den Abnäher verschieben Sie, indem Sie seine Spitze auf Ihren Brustpunkt legen und die Schenkel neu zeichnen.
Bei Hemdblusen ist die Mehrweite an der Brust mit 8 bis 12 cm deutlich größer als bei einer körpernahen Bluse, die oft mit 4 bis 6 cm auskommt. Eine Bluse, die in die Hose oder den Rock gesteckt wird, braucht zudem etwas mehr Länge, damit sie beim Heben der Arme nicht herausrutscht.
Bei der Schößchenbluse ist die Taillennaht der wichtigste Passpunkt. Sie muss genau auf Ihrer Taille liegen, sonst wirkt das Schößchen entweder wie ein zu kurzer Rock oder rutscht über die Hüfte. Das Schößchen selbst wird meist als Kreissegment geschnitten, ähnlich wie ein kurzer Glockenrock, und mit Beleg oder schmalem Rollsaum versäubert. Ein nahtverdeckter Reißverschluss in der hinteren Mitte oder in der Seitennaht hält die enge Taille geschlossen.
Stoffe für Blusen: Viskose, Seide, Voile und Co.
Für Blusen eignen sich leichte, gut fallende Stoffe zwischen etwa 70 und 130 g pro Quadratmeter. Jeder verlangt eine eigene Herangehensweise beim Zuschnitt und Nähen.
Grundsätzlich gilt: Je dünner der Stoff, desto feiner die Nadel. Verwenden Sie eine Microtex-Nadel der Stärke 60 bis 70, eine Stichlänge von 2 bis 2,2 mm und gegebenenfalls einen Geradstichfuß mit kleinem Stichloch, damit der Stoff nicht in die Stichplatte gezogen wird.
- Viskose: fließend, angenehm auf der Haut, preiswert. Läuft beim Waschen 3 bis 5 % ein, also unbedingt vorwaschen.
- Seide: Crêpe de Chine, Habotai, Seidensatin. Edel, temperaturausgleichend, rutschig beim Zuschnitt.
- Baumwollvoile und Batist: leicht, leicht transparent, gut zu verarbeiten. Ideal für Sommerblusen.
- Popeline: dicht, glatt, hält Bügelkanten. Der Stoff für klassische Hemdblusen.
- Leinen: kühl, strukturiert, knittert. Gut für lockere Sommerblusen.
- Tencel und Lyocell: fließend wie Viskose, aber etwas formstabiler und weniger knitteranfällig.
Schnittmuster Bluse PDF: welches Format ist praktisch?
Ein Schnittmuster Bluse PDF hat den Vorteil, dass Sie sofort loslegen können. Blusenschnitte bestehen aus vergleichsweise kleinen Teilen, deshalb ist das Format A4 oder US Letter für den Heimdrucker hier besonders praktisch: Eine Bluse ergibt meist eine überschaubare Zahl von Seiten, die sich schnell zusammenkleben lassen.
Bei Minerva wählen Sie das Format bei der Bestellung. Neben A4 gibt es PDF A0 für den Copyshop, die One-Page-Datei mit einem einzigen 80 cm breiten Blatt für A0-Rollen ohne Kleben, eine Beamer-Datei zum Projizieren direkt auf den Stoff sowie DXF AAMA und PLT für CAD und Plotter. Ein anderes Format später ist eine neue Bestellung, wählen Sie also bewusst.
Für Blusen aus rutschigem Stoff ist die Beamer-Datei interessant: Sie projizieren die Teile direkt auf den einlagig ausgelegten Stoff und schneiden ohne Papierschnitt zu, der auf Seide gern verrutscht.
Profi-Tipp
Drucken Sie bei A4 zuerst nur die Seite mit dem Kontrollquadrat und messen Sie nach. Stellen Sie im Druckdialog die Option tatsächliche Größe beziehungsweise 100 % ein, nicht an Seite anpassen.
Puffärmel und Manschetten verarbeiten
Puffärmel entstehen durch eine verbreiterte, erhöhte Ärmelkugel, deren Mehrweite eingereiht statt eingehalten wird. Ziehen Sie zwei parallele Reihen langer Stiche innerhalb der Nahtzugabe, kräuseln Sie die Weite gleichmäßig zwischen den Passzeichen und nähen Sie den Ärmel dann mit der gekräuselten Seite oben ein. Damit der Puff nicht in sich zusammenfällt, kann ein Streifen Tüll oder Organza in die Kugel eingesetzt werden.
Bei Hemdblusen enden die Ärmel in einer Manschette mit Ärmelschlitz. Der Schlitz wird entweder mit einem schmalen Streifen eingefasst oder als klassischer Hemdschlitz mit Untertritt und Übertritt verarbeitet. Die Manschette bekommt eine Einlage auf der Außenseite und wird so angenäht, dass die Ärmelweite in zwei kleinen Falten nahe dem Schlitz verschwindet.
Die Ärmellänge einer Bluse mit Manschette wird mit gebeugtem Arm gemessen, damit die Manschette beim Bewegen nicht über das Handgelenk rutscht. Rechnen Sie zur gemessenen Länge etwa 2 bis 3 cm hinzu, wenn die Manschette locker über der Hand sitzen soll, und lassen Sie sie weg, wenn sie genau am Handgelenkknochen enden soll.
Häufige Fragen
Welche Bluse ist am einfachsten zu nähen?
Eine Schlupfbluse mit Stehkragen oder ohne Kragen, mit Kimonoärmeln oder einfachen eingesetzten Ärmeln, aus Baumwollvoile oder Popeline. Sie kommt ohne Knopfleiste und Manschetten aus.
Wie viel Stoff brauche ich für eine Bluse?
Bei 140 bis 150 cm Stoffbreite reichen für eine kurzärmelige Bluse oft 1,2 bis 1,4 m, für eine langärmelige 1,6 bis 1,8 m. Schluppenbänder im schrägen Fadenlauf und Puffärmel erhöhen den Bedarf.
Welche Naht eignet sich für transparente Blusenstoffe?
Die französische Naht. Sie schließt die Schnittkanten vollständig ein und ist von außen nicht zu sehen, was bei Voile, Chiffon und Seide wichtig ist.
Warum steht mein Blusenkragen ab?
Häufig ist der Unterkragen nicht kleiner als der Oberkragen oder die Nahtzugaben wurden nicht zurückgeschnitten. Auch ein Kragensteg, der sich beim Annähen verzogen hat, lässt den Kragen schief stehen.
Welches PDF-Format ist für Blusen am besten?
A4 für den Heimdrucker ist bei Blusen wegen der kleinen Teile sehr praktisch. Wer mit rutschigen Stoffen arbeitet oder nicht kleben möchte, wählt die Beamer-Datei oder die One-Page-Datei für den Copyshop.
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